
Kronen Zeitung
BRISANTE AUSGANGSLAGE
Absichtliche Niederlage? „Völliger Schwachsinn!“
Brisante Ausgangslage am letzten Spieltag vor der Punkteteilung! Sollte die Wiener Austria gegen Ried (absichtlich) verlieren, wäre Stadtrivale Rapid nicht in der Meistergruppe dabei. Ein Gedankenspiel, das jedoch für Kopfschütteln sorgt. „Das ist doch kompletter Schwachsinn“, winkt Austria-Kapitän Manfred Fischer ab.
Zufriedene Gesichter in Wien-Favoriten. Nach einem 2:2 in einem unterhaltsamen Schlagabtausch zwischen der Austria und dem LASK konnten beide Teams den Einzug in die Meistergruppe bejubeln. Dürfen die Violetten der für den Stadtrivalen interessanten Reise nach Ried zum Finale des Grunddurchgangs entspannter entgegenblicken, haben die Linzer den Hit im Cup-Halbfinale gegen die Innviertler vor Augen. In beiden Lagern schweifte der Blick auch zurück auf nicht so rosige Zeiten.
„Wenn ich vor drei Monaten gesagt hätte, dass wir die Meistergruppe fixieren, hätte jeder gemeint, ich rede von Dingen, die nicht erreichbar sind“, stellte Dietmar Kühbauer nach der Partie zufrieden fest. Von den zwölf Liga-Partien unter dem Burgenländer hat das LASK acht gewonnen. Da fiel es am Sonntagabend auch nicht ins Gewicht, dass die letzten drei Spiele der Athletiker sieglos blieben. Dass der LASK unter die Top drei der Liga gehört, zeigte die Mannschaft auch in Wien. Zweimal in Führung, kassierte der LASK aber zweimal den Ausgleich.
Nächstes LASK-Ziel: Cup-Finale
Kühbauer trauerte dem möglichen Sieg nach. Dieser hätte den LASK bis auf einen Zähler an Salzburg nahe gebracht. Der Klub kann heuer wieder Großes in Angriff nehmen. Den nächsten Schritt zu einem möglichen Titelgewinn wollen die Schwarz-Weißen am Mittwoch in Ried machen. „Wir wollen unbedingt ins Finale, das ist das nächste Ziel“, betonte Stürmer Christoph Lang. Danach wartet zum Abschluss des Grunddurchgangs ein Heimspiel gegen den WAC. „Wir haben bis heute keine Ziele definiert. Es ist jetzt so, dass wir uns nach dem letzten Spiel zusammensetzen werden und schauen wollen, was machbar ist. Ich habe schon eine Idee, aber die Jungs müssen auch Ideen mitbringen, um Ziele definieren zu können“, sagte Kühbauer.
Noch weiter als Kühbauer ließ den Blick zurück Manfred Fischer schweifen. Der Austria-Kapitän erinnerte an den miserabel verlaufenen Saisonstart der Favoritner. „Im August bin ich da gestanden und gefühlt hat es uns allen den Boden unter den Füßen weggezogen, weil wir nicht gewusst haben wie es funktioniert, dass du zwei Monate davor fast Meister wirst und dann eine Niederlage nach der anderen kassierst“, meinte der Mittelfeldspieler. Nun wie im Vorjahr oben mitzuspielen sei „richtig cool und spricht extrem für die Mannschaft“, urteilte Fischer.
Absichtliche Austria-Niederlage in Ried?: „Schwachsinn“
Aleksandar Dragovic schoss über 15 Jahren nach seinem Tor-Debüt im Dezember 2010 eines von nur zwei Toren als Profi der Austria. Dazu traf Johannes Eggestein im fünften Spiel in Folge. Sieben Spiele in Folge hatte er bereits für St. Pauli getroffen, berichtete der Deutsche danach. Augenscheinlich war, dass sich die Austria wieder einmal gegen einen Gegner leichter tat, der eigentlich über ihr anzusiedeln ist. „Offene Spiele liegen uns mehr, als wenn sich eine Mannschaft tief reinstellt. Das ist dann für jeden Gegner schwer“, erklärte Fischer. Trainer Stephan Helm erinnerte an die Mittel des LASK und an jene der finanziell nicht auf demselben Level agierenden Austria: „Dass wir uns dann auf Augenhöhe präsentieren, spricht sehr für uns.“
Auch für die Austria geht es bei vier Zählern Rückstand auf Platz eins in der 22. Runde noch um wichtige Zähler. Mit Ried wartet ein Gegner, der Rapid noch aus den Top sechs verdrängen könnte. Gedankenspiele, wonach die Austria den Erzrivalen bei einer Niederlage indirekt aus der Meistergruppe bugsieren könnte, sorgten bei Fischer für Kopfschütteln. „Man kann ja nicht einfach das Spiel hergeben, um Rapid rauszuhauen. Das ist ja ein kompletter Schwachsinn“, betonte er. Auch Helm wiegelte ab. „Ich kann nur sagen, Teil von Derbys zu sein ist als Trainer etwas Besonderes. Ob das dann ist oder nicht, damit brauche ich mich nicht beschäftigen.“
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