
Kronen Zeitung
„KEIN MENSCH WILL ...“
„Hausbesuch“ bei Werner: Helm äußert sich zu Eklat
Austria-Trainer Stephan Helm hat sich nach dem „Hausbesuch“ einiger Austria-Fans beim ungeliebten Investor Jürgen Werner mit einem längeren Statement zu Wort gemeldet. „Es kann sich keiner wegducken. Im Verein wird seit eineinhalb Jahren gestritten, es wird immer gesagt, unter welch schwierigen Bedingungen wir arbeiten müssen. Es gibt aber auch Leute, die verantwortlich sind, das in den Griff zu kriegen“, sagte Helm und forderte seinen Verein zum Handeln auf.
„Wir sind alle in der Verantwortung, dass das in Zukunft nicht mehr passieren kann. Dementsprechend muss man handeln – ob das ein Dialog ist oder etwas anderes. Wenn man immer sagt: ‘Na, das geht schon‘, dann landen wir dort, wo keiner landen will“, sagte Helm am Freitag bei einer Pressekonferenz vor dem Meistergruppen-Auftakt am Sonntag (17 Uhr) gegen Sturm Graz. Der Austria-Coach betonte: „Der Verein Austria Wien ist einer mit Werten, ich habe schon so viele positive Erlebnisse gehabt – auch mit den Fans im Stadion.“
Anfeindungen vor Werners Anwesen
Auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Ried hatte sich eine größere Gruppe von FAK-Fans vor Werners Anwesen in Wels postiert. Parolen wurden skandiert, auf einem Transparent hieß es: „Jürgen Werner – nimm dei Reibach & schleich di einfach.“ Der Klub sah durch die Aktion „eine klare Grenze überschritten“, Präsident Kurt Gollowitzer sagte: „Wir werden alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um sicherzustellen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. Mit dieser Aktion wurde eine klare Grenze überschritten.“ Werner legte die Position als Sportvorstand im August 2025 zurück, blieb dem Verein aber mit seiner WTF-Investorengruppe und als Mitgesellschafter erhalten – und steht mit hochrangigen Funktionären um Finanzvorstand Harald Zagiczek im Clinch.
„Das, was passiert ist, war deutlich zu viel. Die jungen Männer, die da involviert waren, haben sicher teilweise auch Familie zu Hause. Kein Mensch will, dass zuhause wer auftaucht – ob das zwei oder 50 Männer sind. Das ist nicht leiwand, das gehört gesagt“, meinte Helm. Auch laut Mannschaftskapitän Manfred Fischer wurden hier Grenzen überschritten. „Die Privatsphäre, egal welcher Person, sollte immer respektiert werden. Solche Sachen haben aus meiner Sicht und aus Mannschaftssicht im Fußball sowie im alltäglichen Leben nichts zu suchen.“ Er sei stolz, Kapitän einer Mannschaft zu sein, die „immer wieder Störfaktoren bewältigen muss und sich nie aus der Bahn bringen lässt“. Das spreche für einen Gemeinsinn, den Fischer auch im gesamten Verein gerne sehen würde.
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Bild: Mario Urbantschitsch













